BDP Berlin

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Interkulturelle Jugendarbeit im Spannungsfeld der Integrationsdebatte    (* Amsterdam * Berlin *  Wien *)

 

11.-13. Juni 2010

 

Ort der Fachtagung:

 Regenbogenfabrik, Lausitzer Str.22, X-berg/ Berlin

 

Teilnahmebeitrag: 10,-€/ 5,-€ ermäßigt (bezahlt wird vor Ort)

 

9.15- 10.45 Uhr, Fachreferat

Verschiedene Integrationsmodelle und Präsentation einiger Ergebnisse der europaweiten TIES Studie über die 2. Generation

  Jens Schneider, Dr. phil., studierte Ethnologie und Musikwissenschaft in Hamburg und Amsterdam. Er promovierte über "Das Eigene und das Fremde" und verbrachte mehrjährige Forschungsaufenthalte in Chile und Brasilien. Praxiserfahrungen zur Einwanderungsgesellschaft machte er mit minderjährigen unbegleiteten Flüchtlingen, einem Mentoring-Projekt für Schüler/innen mit Migrationshintergrund und Ausstellungen zu Flucht und Einwanderung. Derzeit ist er Mitarbeiter von verikom (Verbund für Interkulturelle Bildung und Kommunikation e. V.) und Lehrbeauftragter an mehreren Universitäten

11.00 – 13.00 Uhr   Workshop I und II

 

Workshop I: Vielfalt und Beteiligung - junge WienerInnen abseits des politischen Mainstream

Diversität, Integration und Partizipation sind seit einigen Jahren wichtige neue Schlagworte in Wien. Dieser Workshop soll aufzeigen warum das gerade bezogen auf junge Menschen seine Berechtigung hat und an Hand der Arbeit des Vereins Wiener Jugendzentren demonstrieren welche Konzepte in der Jugendarbeit gegangen werden. Sowohl Diversität als auch (politische) Partizipation sind dabei essentielle Schwerpunkte.

 Werner  Prinzjakowitsch ist einer von drei pädagogischen LeiterInnen des Vereins Wiener Jugendzentren, mit 305 MitarbeiterInnen in 32 Einrichtungen der größte Träger Offener Jugendarbeit in Wien. Diversität, Politische Bildung und Partizipation sind dabei einige seiner inhaltlichen Arbeitsschwerpunkte. Von der Grundausbildung Sozialarbeiter studierte er danach Sozialmanagement und absolvierte Ausbildungen in Systemischer Intervention und als Internationaler Trainer. Auf diesem Feld arbeitet er nebenbei auf Trainings und Seminaren für Konfliktmanagement, Partizipationstechniken, Erlebnispädagogik und Interkulturellem Lernen.

Workshop II: Präsentation des Integrationsbarometers 2010

Am  19. Mai 2010 veröffentlichte der Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration das Ergebnis des ersten Jahresgutachtens: die Integration in Deutschland ist viel besser als ihr Ruf.  Deutschland ist angekommen in der Einwanderungsgesellschaft. Die Integration läuft im gesellschaftlichen Alltag weitgehend auf Erfolgskurs. Wie es zu dieser eher positiven Einschätzung kommt, was sich hinter der Studie verbirgt und welche Forderungen der Sachverständigenrat aus der Studie ableitet, wird Anne- Kathrin Will in dem Workshop erklärt.

Anne-Kathrin Will studierte Europäische Ethnologie und Kulturwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin. Nach dem Studium war sie von 2002 bis 2007 wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU Dresden in zwei von der Europäischen Kommission geförderten Projekten. Sie promovierte über bosnische Bürgerkriegsflüchtlinge in Berlin und die Psychologisierung des Aufenthaltsdiskurses. Von 2007 bis 2009 war Frau Will in der wissenschaftlichen Politikberatung tätig und evaluierte unter anderem die Integrationsförderplanung der Jugendmigrationsdienste im Auftrag des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ).

 

14.30 -17 Uhr Workshop III und Workshop IV

Workshop III: Erfahrungen junger Menschen mit Migrationshintergrund aus muslimischen Ländern mit dem Thema Integration

Welche Erfahrungen mit kultureller Vielfalt und gesellschaftlichen Grenzziehungen machen junge Menschen mit Migrationshintergrund? Was bedeutet für sie „Integration“ und Zugehörigkeit? Und: Welche Rolle(n) nehmen dabei Jugendorganisationen ein bzw. könnten Jugendorganisationen verstärkt einnehmen? Der Workshop widmet sich diesen Fragen auf der Basis einer in Graz und Wien durchgeführten soziologischen Studie, die sich mit religiösen, ethnischen und nationalen Identitäten der – wie sich zeigte – sehr heterogenen so genannten zweiten Generation von MigrantInnen mit muslimischem Hintergrund befasste.

 

Dr. Nikola Ornig, Soziologin, war wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Graz, arbeitete für das Europäische Jugendforum in Brüssel und die Österreichische Bundesjugendvertretung in Wien und ist nun in der wissenschaftlichen Politikberatung in Berlin tätig. Sie promovierte mit einer Studie über ethnische, religiöse und nationale Identitäten junger Erwachsene der so genannten zweiten Generation der Migration aus mehrheitlich muslimischen Ländern in Österreich (Die Zweite Generation und der Islam in Österreich, Grazer Universitätsverlag 2006).

 

Workshop IV (in englisch): Challenges and discussions of integrating the youth in the dutch society

 Wie sieht die Situation von Jugendlichen mit Migrationshintergrund in den Niederlanden aus? Wie werden sie in der niederländischen Gesellschaft wahrgenommen und was wird auf Seiten der Politik unternommen? Mourad Taimounti wird u.a. auf die Projekte der aktuellen Straßensozialarbeit in Amsterdam zu sprechen kommen.

 Mourad Taimounti arbeitet für die niederländische Nichtregierungsorganisation SAOA und war bis 2006 im Stadtrat Amsterdam tätig.   

 

ACHTUNG (geänderter Zeit und anderer Ort)

18- 19.45 Uhr Podiumsdiskussion

„Jugendarbeit im Spannungsfeld der Integrationsdebatte“ mit Vertretern aus Jugendarbeit, Wissenschaft und Politik

Im Gegensatz zu den Workshops (aufgrund von TeilnehmerInnenbegrenzung) findet die Podiumsdiskussion öffentlich statt. Das Gespräch wurde vom Kreuzbergmuseum in die regenbogenfabrik umverlegt.