Sehr begrüßenswert war die Organisation des Interkulturellen Selbstchecks des Bundesverbandes Anfang September in Frankfurt. Initiiert wurde dieser von Tahar Dauphas- Le Barbier, Bundesvorstand des BDP. Marissa Turaç, Referentin des Fachtages, führte in die Begriffserklärung und aktuelle Ansätze der IKÖ ein.

Dann wurden potentielle Zugangsbarrieren und Ausgrenzungsmechanismen im BDP erörtert. Der sperrige Name des BDP, wenige Aktive mit Migrationshintergrund auf Bundesebene (die als Vorbild eine wichtige Rolle spielen könnten) oder allgemein die schwierige Sprache von Gremien (bildungsbürgerlicher Background quasi notwendig) sind nur einige Beispiele, die in diesem Zusammenhang diskutiert wurden. Wichtig und erwähnenswert an dieser Stelle war auch die Frage danach, in wieweit die BDP Praxis Veranstaltungen oder auch Reisen selbstorganisiert anzugehen sich eigentlich mit einer gastfreundschaftlichen Kultur, in der eher „für einen gesorgt wird“, beißt. Sollte hier im BDP mehr darauf geachtet werden, dass sich jede_r von Anfang an wohl fühlt? Wieviel Gastfreundschaft geht, wieviel ist vielleicht auch zu viel des Guten?

Am Nachmittag bildeten die Teilnehmer_innen des Selbstchecks Kleingruppen, um sich innerhalb der BDP Strukturen über die „Relevanz von Elternarbeit“, Entwicklung eines interkulturellen Juleica Moduls und die Festlegung eines klar festgelegten Fahrplans zur Interkulturellen Öffnung auszutauschen. Leider mangelte es an Zeit und Entscheidungsfreudigkeit.

Sollen wir innerhalb des Verbandes unsere „Best Practice Beispiele“ und interkulturellen Themen weiterhin beständig präsentieren oder uns auf Festivals und Sommerakademien nach außen wenden? Welche Migrant_innengruppe oder welcher Kulturverein würde eigentlich zu uns passen? Mit wem wird schon zusammengearbeitet? Was läuft gut, was nicht? Was wären Ziele einer Kooperation? Der Dialog der „Steuerungs-“ Gruppe wird Anfang November in Berlin wieder aufgenommen. Und hoffentlich trennt man sich dann endlich mit nem „richtig guten Fahrplan.“