In diesem Jahr organisieren wieder viele Ehrenamtliche eine Klamottentauschbörse.

Unterstützt werden wir dabei von der NGO INKOTA, die in Deutschland das EU Projekt "Pfadfinden für eine gerechtere Welt" koordiniert.

Die Spenden aus dem Erlös durch den Verkauf von Speis und Trank vor Ort möchten wir dieses Jahr an den Verein Flüchtlingspaten Syrien:  https://fluechtlingspaten-syrien.de/

Der Verein unterstützt syrische Geflüchtete, die ihre Familien nachholen wollen, die in Syrien weiterhin extremer Gewalt durch den Bürgerkrieg ausgesetzt sind. Familienzusammenführung funktioniert nur, wenn Menschen für sie finanziell bürgen. Hierzu benötigt der Verein Spenden...

 

 

Im Januar fand ein Seminar zu Müllvermeidung in Kooperation mit INKOTA statt.

Auf den folgenden Bildern sind einige Ideen aus dem Seminar zwecks Müllvermeidung zusammengefasst:

Jährlich rufen wir zum Klamottentausch - statt Neukaufrausch auf!

Jede_r bringt zwei, drei Klamotten mit, die im Schrank vor sich hinvegetieren, weil mensch sie doch nicht trägt.

Und sicherlich gefallen die Kleidungsstücke andere_n Menschen ganz gut.

Also: statt neu quasi neu!

Der Klamottentausch findet in netter Atmosphäre, bei Musik und Kaffee und Kuchen im Grünen statt. Denn wir haben einen wunderschönen Garten!

 


Das EU Projekt „pfadfinden – Aktiv für eine gerechte Welt“ läuft seit Januar 2015 und ist für zwei Jahre bewilligt worden. Sieben Länder sind daran beteiligt, in jedem Land eine NRO, die Pfadfinder_innengruppen mit Rat und Tat zur Seite steht, um Globales Lernen in den Jugendverbänden zu stärken. Tschechien, Slowakei, Slowenien, Polen, Großbritannien und Griechenland sind neben Deutschland mit von der Partie.
Warum explizit Pfadfinder_innen? Weil diese bereits seit über einem Jahrhundert Teil einer Jugendbewegung und international vernetzt, weltweit organisiert und engagierte Akteure der außerschulischen Bildung sind und für eine andere Lernform (Gruppenstunde, Naturverbundenheit) stehen. Es gibt also vielerlei Gründe, die Pfadis als Multiplikator_innen für ein Projekt gewinnen zu wollen, in dem es um soziale und ökologische Gerechtigkeit weltweit geht.


Begründer der Idee für das EU Projekt ist die tschechische Organisation NAZEMI, welche seit jeher eng mit den Pfadfinder_innen zusammenarbeitet. In Deutschland wurde für das Projekt von ihnen die Nichtregierungsorganisation INKOTA gewonnen, um bundesweit Pfadfinder_innen zu unterstützen, die ins Themenfeld Globales Lernen fallen. Jedoch, ja, ist schon klar was hier passierte? Anders als in den anderen EU-Ländern war bei der Antragstellung INKOTA nicht bekannt, dass die Pfadfinder_innen in Deutschland anders ticken als im restlichen Europa. Die Spaltung der Pfadfinder_innen hierzulande gehört leider nicht zum Allgemeinwissen, und INKOTA musste sich erstmal in der Jugend-verbandsbewegung orientieren. Da der Berliner BDP bereits Kontakt zu INKOTA hatte (2008 wurde die NRO mit den afrikanischen Delegierten im Rahmen der Millenium Development Goals (MDGs) besucht und an einer Demo gegen Agrosprit teilgenommen), nahmen wir die Projektausschreibung interessiert war. Und wenn der traditionelle Name des Verbandes schon Vorteile mit sich bringt, wieso diese dann nicht nutzen?!
Als Kleinstverband (im Vergleich zur Verbandsgröße der anderen Pfadis), mit unserer offenen Struktur und stetigen Auseinandersetzung mit Themen im Rahmen von sozialer und globaler Gerechtigkeit nahmen wir die Unterstützung aus EU Mitteln gerne an. Im Januar 2015 nahmen wir als einzige deutsche Organisation an dem Einführungstreffen teil, das in Berlin stattfand (übrigens in den Räumen der Alten Feuerwache).


INKOTA unterstützte uns 2015 und 2016 im Rahmen des KLAMÖTTCHENS. Im ersten Jahr suchte INKOTA für uns einen Verein, der einen Upcycling Workshop auf der Kleidertauschbörse anbot. In diesem Jahr engagierte sich Ela Roth in Form eines Nähworkshops, in dem alte Socken in Kuscheltier- Hasen verwandelt werden, der sogenannten Bunnymission. Mit den Spenden, die Ela durch das Bunny nähen einnimmt, unterstützt sie eine Kooperative in Nicaragua. Ein weiteres Upcyclingevent ist für November 2016 geplant, um diverse Kleidungsstücke des KLAMÖTTCHENS neu aufzupeppen.
Neben dem Schwerpunkt „Kleidung und Nachhaltigkeit“ gab es im BDP in den letzten Jahren ein stetiges Interesse von jungen Erwachsenen, was das Thema Lebensmittel und (globale) Ernährung anbelangt. Im Oktober 2015 wurde gemeinsam mit INKOTA ein Seminar organisiert, in dem der Blick auf die Nord-Süd Zusammenhänge in der Lebensmittelbranche gerichtet wurde und Christine Pohl das Konzept von Ernährungsräten vorgestellt hat. Bei der Gründung des Berliner Ernährungsrates im Frühjahr nahm ich als Bildungsreferentin teil. Diese neue Instanz in der Hauptstadt wird neben vielen anderen Handlungsschwerpunkten (Vernetzung der Landwirte in Brandenburg mit Berliner Konsument_innen, politische Interessensvertretung verschiedener Handwerkszweige rund um Lebensmittelproduktion, etc.) auch den Blick darauf legen, das Wissen über regionale/ saisonale Ernährung, Kochkurse für Kinder, etc. in den Berliner Bildungsinstitutionen zu verankern/ stärken. Wichtige Ansätze also, wie Nachhaltigkeit beim Thema Ernährung bei Kindern und Jugendlichen gefördert werden kann. Hier gilt es, als BDP die Aktivitäten des Ernährungsrates zu verfolgen und sich im Bildungsbereich mit einzubringen.


Der Anbau unseres eigenen Gemüses im Hochbeet ist nur ein kleiner Beitrag, um das Thema Regionalität und Saisonalität von Lebensmitteln als Thema präsent zu halten. Ein Kochworkshop (siehe Nellys Bericht) mit dem Kochaktivisten Wam Kat hat dazu motiviert, neue Rezepte auszuprobieren, aktiv kreativ sich beim Herstellen von veganen Aufstrichen zu üben und Ferienfreizeiten auch was die Lebensmittel (und deren Herkunft, Qualität) anbelangt, nachhaltiger zu planen. Da geht nämlich noch einiges.

Im Rahmen des Projektes „pfadfinden – Aktiv für eine gerechte Welt“ fanden verschiedene Internationale Arbeitstreffen statt: NRO Vertreter_innen und Pfadfinder_innen aus den o.g. Ländern trafen sich, um über ihre Aktivitäten zu berichten (sowie ein Evaluationsprogramm für Aktivitäten im Bereich Globales Lernen namens Kompass zu erarbeiten). Im November 2015 nahm Stefan Habrik (BDP Baden Württemberg) in Prag daran teil, im Mai 2016 fuhren Nelly und ich in die Slowakei (siehe Nellys Bericht). Im Frühjahr 2017 wird nach Slowenien eingeladen.
Der gesellschaftspolitische Schwerpunkt „globale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit“ konnte durch die Unterstützung von INKOTA im BDP Berlin stärkere Gewichtung bekommen. Wir haben durch die NRO fachliche Unterstützung erhalten – vor allem in Form von Referent_innen, die ihr Exptert_innenwissen an junge Erwachsene weitergegeben haben.
Die Zusammenarbeit mit den Projektreferent_innen Ida Wehinger und Karolin Kraft hat Spaß gemacht, da sie unkompliziert und flexibel verlief. Für Januar 2017 ist noch mindestens ein weiteres Seminar geplant, dann zum Thema „Müll – No waste“.

Und die Teilnahme an dem Internationalen Arbeitstreffen hat uns „Nichtpfadfinder_innen“ wohl den besten Einblick überhaupt in die Pfadfinderei geschaffen, da man endlich nicht mehr über sondern miteinander und voneinander gelernt/ erfahren hat.